Als Nicher ins Abseits? Sind lokale soziale Netzwerke überlebensfähig? | Facebook

Als Nicher ins Abseits? Sind lokale soziale Netzwerke überlebensfähig?
In wachsenden, fragmentierten Märkten können auch schwächere Marktteilnehmer gut leben und wachen. Kommt es aber zu einer Konsolidierung des Marktes kann die Nische wegfallen oder der Nicher in das Blickfeld des Marktführers geraten. Nicht gerade wünschenswerte Aussichten, wenn man auf ein bequemes, erfolgreiches Nischendasein gesetzt hat.

Im Internet lies sich dieser Effekt schon eimal beobachte. In der Gründer-und ersten Wachstumszeit gab es eine Unzahl von Suchmaschinen. Als Volltextsuchmaschine war damals Altavista führend, bei den mit redaktionellen Suchergebnissen Yahoo. Daneben gab es noch eine unzählige kleine Anbieter. Kein Wunder: Suchmaschinen mit eingeschränkter Funktionalität waren leicht zu programmieren und schnell online.

Mit Google und dessen genialemSuchalgorithmus ändere sich das in 5 Jahresfrist. Google machte für den Nutzer das Internet übersichtlich, da die Suchergebnisse komplex bewertet und nach Relevanz gewichtet angezeigt wurden. Auf den ersten Seiten der Suchergebnisse waren kaum mehr unwichtige Ergebnisse zu verzeichnen. Die Googelung des Internets setzte ein. Google wurde Marktführer und Quasi Standard bei der Web-Suche. Diese Konsolidierung führt zum Wegfall vieler Nischen. Warun auch sollten Nutzer eine Vielzahl von Spezialsuchmaschinen benutzen, wenn eine einzige Applikation den Job genauso gut, wenn nicht sogar besser, erledigen konnte? Den Direktangriff bekamen zuerst die großen der Branche zu spüren. Dank AdSense brach bei ihnen die Werbeeinnahmen weg. Die Konsolidierung des Marktes hatte begonnen.

Im Internet lässt sich ein solcher Effekt gerade wieder bei den sozialen Netzwerken beobachte. Lokale Größen geraten immer mehr unter Druck durch den Branchen-Primus Facebook:

Lokalen Netzwerke haben, wie der Name schon impliziert, den Vorteil der lokalen Begrenztheit.

Lokale Begrenzung ein Vorteil?
Durch die Konzentration auf ein Land bzw. einen Sprachraum kann man viel individueller auf die Vor-Ort herrschenden Bedürfnisse der Nutzer eingehen. Soweit zur Theorie. Die Nutzer denken aber immer globaler. Man spielt Onlinegames mit Freunden in Japan und flirtet  gleichzeitig mit einer australischen Freundin. Somit wird der scheinbare Vorteile zum Nachteil, denn die Nutzer sind nicht länger bereit, für alle Kommunikationsbedürfnisse verschiedenen Plattformen zu nutzen, denn es gibt ja eine Alternative, die alles aus einer Hand biete: Facebook.

Beschränkte Zielgruppe als Schutz?
SudiVZ (ein deutsches Netzwerk) richtet sich an Studenten. Eine klar definierte Zielgruppe. Studenten haben aber auch Freunde außerhalb ihrer Studienwelt (Netzwerk z.B.: lokalisten), alte Schulbekanntschaften (Netzwerk z.B.: stayfriends), ehemalige und bald neue Arbeitskollegen und Geschäftskontakte (Netzwerk z.B.: xing). Eine Lösung, die alle Kommunikationsbedürfnisse abdeckt, wird den Kontakt mit Allen erleichtern. Hierfür steht Facebook bereit.

Die langfristige Überlebensstrategien für lokale Netzwerke liegen zwar auf der Hand, eine Umsetzung in der Praxis ist aber schwierig:

  • Weltweite Kooperation lokaler Communities unter einheitlicher Benutzeroberfläche und standardisierten Schnittstellen
  • ein Ansprechpartner für Mobilfunkhersteller und Computerproduzenten
  • redaktionellen Content und Shops hinzufügen
  • offene Standards für Entwickler externer Applikationen

Die Umsetzung müsste in Jahresfrist erfolgen. In der Branche schwer vorstellbar.

Fazit:
Das Internet II wird sich in den nächsten Jahren konsolidieren. Dabei steht der Sieger, zumindest aus heutiger Sicht, schon fest: Facebook.

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